134. Arbeitstagung, 13. bis 16.11.2005 in London
MLF-Studienreise mit Besuchen bei:
Marks & Spencer, Tesco, Waitrose u. a.
Lieber Kapieren als nur kopieren
620.21 KB (rs_12-2005_kapieren_klein.pdf)
RS 12/2005 - Wer auf Dauer im Einzelhandel erfolgreich sein will, muss auch über den Tellerrand schauen, sich umfassend informieren und Know-how ansammeln. Deshalb hat der MLF e.V. seine 134.Arbeitstagung als Studienreise nach London veranstaltet.
Bericht (Quelle: RUNDSCHAU, 12-2005)
Wer auf Dauer im Einzelhandel erfolgreich sein will,muss auch über den Tellerrand schauen, sich umfassend informieren und Know-how ansammeln.Deshalb hat der MLF e.V.seine 134.Arbeitstagung als Studienreise nach London veranstaltet.
Die spinnen, die Briten – so heißt es in den legendären Asterix-Comics. Ein bisschen übertrieben, klar. Aber ein Blick auf den englischen Lebensmittelmarkt und das dortige Preisgefüge zeigt, dass auf der Insel schon einiges anders ist, als bei uns. ACNielsen hat hier für Großbritannien einen Index von 104 Prozent im Vergleich zum europäischen Durchschnitt ermittelt, während Deutschland nur 84,7 Prozent erreicht. Grund genug für den MLF (Mittelständische Lebensmittel Filialbetriebe), im Rahmen seiner Arbeitstagung die britische Handelslandschaft unter die Lupe zu nehmen.
Hochburg der Handelsmarken
Tesco, Sainsbury, Marks & Spencer, Waitrose und natürlich das Einkaufsparadies Har- rods – klangvolle Namen, die allesamt auf der Besuchsliste der 130 selbstständigen Händler und Industrievertreter standen. MLF-Geschäftsführer Michael Gerling hatte das Programm so zusammen- gestellt, dass die Tagungsteilnehmer möglichst viele Vertriebskonzepte und Markt- größen zu sehen bekamen. Aber eine Gemeinsamkeit haben sie alle: In England herrscht eine ganz andere Kultur der Eigenmarken. Meist hochpreisig und edel ver- packt, transportieren sie im Premium-Segment stolz den Namen des Unternehmens. Manche Märkte bestreiten damit über 60 Prozent ihres Umsatzes.
Hi-Tech und Tradition
Marktführer Tesco präsentierte sich den Besuchern als fortschrittlicher Handelskonzern mit moderner Ausstattung. Be- eindruckt waren die MLFler von den Self-Checkout-Kassen. Im Supermarkt im Stadtteil Kensington laufen darüber bereits 20 Prozent des Umsatzes. Auch der Bereich Home-Shopping ist bei Tesco schon sehr weit entwickelt. Bestellungen gehen per Internet ein und die Mitarbeiter erledigen mit Softwareunterstützung bis zu sechs Aufträge gleichzeitig.
Ganz anders ist die Atmosphäre bei Harrods. Fast ehrfürchtig bewunderten die Einzelhändler die prächtige Architektur, die geschmackvolle Dekoration und das überwältigende Angebot im berühmtesten Kaufhaus der Welt. Wenn auch in dem traditionsreichen Gebäude in erster Linie Touristen einkaufen und Vieles aus Gründen des Verbraucherschutzes bei uns gar nicht umsetzbar wäre, so holten sich die Tagungsteilnehmer zumindest einige Denkanstöße in Sachen Präsentation. „Lieber kapieren, als nur kopieren“, lautete die Devise von Michael Gerling.
Motivation durch Beteiligung
Vorbildlich motivierte Mitarbeiter lernten die Besucher bei Waitrose im futuristischen Viertel Canary Wharf kennen. Die Handelskette ist genossenschaftlich organisiert. Alle 63.000 Festangestellten sind zugleich Teilhaber des Unternehmens, das auch in Sachen Sozialleistungen beispielhaft ist.
Entsprechend stolz steht die Belegschaft hinter ihrem Arbeitgeber. Wachstumsraten von zuletzt rund 17 Prozent bei Umsatz und Gewinn zeigen, dass das Konzept aufgeht. Natürlich – das war allen MLFlern klar – ist auch in Großbritannien nicht alles Gold, was glänzt. 2005 stieg der Umsatz im gesamten LEH nur noch um ein Prozent an, so wenig wie seit 1996 nicht mehr. Und die Offensive der Discounter steht der Insel wahr- scheinlich noch bevor.




Programm
Druckversion